
Vor kurzem hatten wir zwei wunderbare Besucher: Angelica aus Kolumbien
und Cedric aus Frankreich. An einem der gemeinsamen Abende besuchten
wir eine alternative Kunstgallerie hier in Cuenca. Ihr Name ist "El
Prohibido" ("Verboten"), welche zur gleichen Zeit ein Café bzw. eine
Bar ist, wo man auf verschieden gestylten, bequemen Sofas, unter
anderem in einem Sarg, ein kaltes Bier geniessen kann. Diese
Gallerie-Café-Bar ist mit interessanten Kunstinstallationen
ausgestattet. Die speziellen Eindrücke, die ein Toilettenbesuch und das
Händewaschen bei einem Besucher hinterlassen, sollten hier auf jeden
Fall erwähnt sein. Zusätzlich ist El Prohibido eine Fundgrube für die
Punk-, Ghotic-Rock- und Ähnliches-Szene, da es hier Unmengen von
spezieller Kleidung, Ansteckern, Nasen-Mund-Ohren-Bauch-und sonstige
Verschönerungsutensilien, Musik usw. zu kaufen gibt.
Vor knapp
zwei Monaten waren wir in der Touristeninformation und fragten nach, wo
wir Gallerien mit zeitgenössischer Kunst und alternative Treffpunkte
finden können. Die junge Frau, die uns bediente, begann alle möglichen
Museen aufzuzählen, die wir auch leicht im Stadtplan finden konnten.
Vielleicht hatte sie uns nicht richtig verstanden. Beim Aufkeimen
dieses Gedanken schaute sie sich plötzlich vorsichtig um und versuchte
zu erkunden, ob sie alleine im Büro war. Dann flüsterte sie uns
geheimnisvoll den Namen "El Prohibido" zu. Scheinbar war El Prohibido
nicht würdig, Touristen als Sehenswürdigkeit untergejubelt zu werden.
Zumindest nicht, als wir danach fragten, denn kurze Zeit später
entdeckten wir plötzlich Flyer über diese Gallerie auf den
Schreibtischen im Touristenbüro. Hatten wir diesen Wandel bewirkt?
Auf
dem Weg zum El Prohibido gingen wir an einem kleinen Laden vorbei, der
sich in der Nähe des Marktes 10 de Agosto befand. Dieser Laden
verkaufte allen möglichen

Krimskrams, unnütze Staubfänger und auch
"Kolumbianische Überraschungen". Wir kamen zu einem abrupten Halt. Was
war das denn wohl? In einem Wäschekorb, der am Eingang stand, befanden
sich Massen kleiner, mystischer Papiertütchen, die man je für €0,18
erwerben konnte. Wir fühlten uns von dieser Attraktion angezogen und
nahmen an dieser kleinen "Lotterie" mit Aufregung teil. Wir kaufte

n uns
jeder ein Tütchen. Was wohl im Inneren auf uns wartete? Das Öffnen der
"Kolumbianischen Überraschungen" brachte ein Paar Ohrringe mit einem
berühmten mexikanischen Sänger darauf abgedruckt und eine "goldene"
Kette für Augustas hervor. Das war nun wirklich eine Überraschung!
Das
Leben verändert sich ständig und Fortbewegung is ein Teil davon. Wir
wissen es und auch Cedric und Angelica waren sich darin sicher. Nach
einer viel zu kurzen - oder auch zu langen, je nachdem wie man darauf
blickt - Zeit, in der wir die lustige Gesellschaft der Beiden genossen
hatten, packten sie ihre Rucksäcke zusammen und machten sich auf, jeder
seinen eigenen kleinen wie großen Träumen zu folgen. Während Cedric
sich in den Norden nach Kolumbien bewegte, zog es Angelica in den
Süden, in Richtung Argentinien.

Nur die Zukunft weiß, ob sich unsere
Wege erneut kreuzen werden, doch unsere Herzen glauben fest daran, egal
wo das sein wird. Übrigens besitzt Angelica einen Blog, in dem sie ihre
Reiseerlebnisse in Spanisch festhält. Wenn es interessiert, der folge
doch bitte diesem Link hier:
http://angelicaporsuramerica.blogspot.com/Soviel für heute ;)